Ehrendorfer & Hamann 1965

From Bayernflora
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„1. Die Verbreitungsgebiete der Sproßpflanzen in Mitteleuropa sind besonders bei häufigeren Arten und formenreicheren Gruppen bisher nur sehr ungenügend erforscht und kartographisch dargestellt worden. Entsprechende Informationen wären aber nicht nur für die Arealkunde, sondern auch für viele andere Fachrichtungen (Systematik, Pflanzensoziologie, Ökologie, Landwirtschaft, Geo graphie, Geschichtsforschung, Naturschutz usw.) von grundlegender Bedeutung. Bei der immer rascher fortschreitenden Vernichtung vieler naturnaher Pflanzenbestände sollte eine floristische Kartierung daher sehr dringend angestrebt werden.

2. Gestützt auf bisherige Erfahrungen bei verschiedenen Kartierungsprojekten und auf neue Fortschritte auf dem Gebiet der maschinellen Datenverarbeitung wird eine Rationalisierung, Automatisierung und Vereinheitlichung der Kartierungsmethoden für Mitteleuropa vorgeschlagen: Die Verbreitung sämtlicher Arten bzw. Kleinartengruppen (Aggregate) sollte dabei auf Gradfeldrasterkarten mit „Grundfeldern” von 10′ × 6′ (etwa 11,6 km × 11,2 km) Seitenlänge (bzw. auf viermal kleineren „Quadranten”) dargestellt werden. Für die Datensammlung wären am besten vorgedruckte Geländelisten bzw. Grundfeldlisten für die häufigeren und Zeichenlochkarten für die selteneren Arten zu verwenden. Die Datenverarbeitung würde durch Markierungsleser und Zeichenlocher, die Sortierung durch Sortiermaschinen, das Listenschreiben und der Kartendruck gleichfalls völlig automatisch und maschinell erfolgen. Alle diese Arbeiten könnten in bereits vorhandenen Servicebüros durchgeführt werden.

3. Eine Realisierung dieser Vorschläge würde den lokalen und regionalen floristischen Arbeitsgemeinschaften die Lösung ihrer Aufgaben wesentlich erleichtern und die Möglichkeit eröffnen, die nach einheitlichem Muster gesammelten Daten zusammenzulegen und so ohne wesentliche Mehrarbeit einen Verbreitungsatlas der Sproßpflanzen Mitteleuropas zu verwirklichen. Als Vorarbeit zu diesem Projekt wird derzeit u.a. eine einheitliche Florenliste (Seite 41) vorbereitet. Mehrere zentrale, regionale und lokale Stellen in Deutschland, Österreich, in der Tschechoslowakei und einigen Nachbarländern haben sich bereits zu einer Zusammenarbeit auf der Basis dieser Vorschläge entschlossen. Bei dem ungeheuren Umfang des Projektes ist ein Erfolg aber wohl nur bei Beteiligung aller Interessenten zu erhoffen. Entsprechende Stellungnahmen werden daher an die Seite 36 genannten Adressen erbeten. Davon wird dann die Fortführung der Vorarbeiten und ein Beginn der eigentlichen Arbeit abhängen.“ kann nicht als Seitenname in diesem Wiki verwendet werden.
Ehrendorfer, F. & Hamann, U. 1965: Vorschläge zu einer floristischen Kartierung von Mitteleuropa. In: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Bd. 78, Nr. 1, S. 35–50.

Zusammenfassung: 1. Die Verbreitungsgebiete der Sproßpflanzen in Mitteleuropa sind besonders bei häufigeren Arten und formenreicheren Gruppen bisher nur sehr ungenügend erforscht und kartographisch dargestellt worden. Entsprechende Informationen wären aber nicht nur für die Arealkunde, sondern auch für viele andere Fachrichtungen (Systematik, Pflanzensoziologie, Ökologie, Landwirtschaft, Geo graphie, Geschichtsforschung, Naturschutz usw.) von grundlegender Bedeutung. Bei der immer rascher fortschreitenden Vernichtung vieler naturnaher Pflanzenbestände sollte eine floristische Kartierung daher sehr dringend angestrebt werden.

2. Gestützt auf bisherige Erfahrungen bei verschiedenen Kartierungsprojekten und auf neue Fortschritte auf dem Gebiet der maschinellen Datenverarbeitung wird eine Rationalisierung, Automatisierung und Vereinheitlichung der Kartierungsmethoden für Mitteleuropa vorgeschlagen: Die Verbreitung sämtlicher Arten bzw. Kleinartengruppen (Aggregate) sollte dabei auf Gradfeldrasterkarten mit „Grundfeldern” von 10′ × 6′ (etwa 11,6 km × 11,2 km) Seitenlänge (bzw. auf viermal kleineren „Quadranten”) dargestellt werden. Für die Datensammlung wären am besten vorgedruckte Geländelisten bzw. Grundfeldlisten für die häufigeren und Zeichenlochkarten für die selteneren Arten zu verwenden. Die Datenverarbeitung würde durch Markierungsleser und Zeichenlocher, die Sortierung durch Sortiermaschinen, das Listenschreiben und der Kartendruck gleichfalls völlig automatisch und maschinell erfolgen. Alle diese Arbeiten könnten in bereits vorhandenen Servicebüros durchgeführt werden.

3. Eine Realisierung dieser Vorschläge würde den lokalen und regionalen floristischen Arbeitsgemeinschaften die Lösung ihrer Aufgaben wesentlich erleichtern und die Möglichkeit eröffnen, die nach einheitlichem Muster gesammelten Daten zusammenzulegen und so ohne wesentliche Mehrarbeit einen Verbreitungsatlas der Sproßpflanzen Mitteleuropas zu verwirklichen. Als Vorarbeit zu diesem Projekt wird derzeit u.a. eine einheitliche Florenliste (Seite 41) vorbereitet. Mehrere zentrale, regionale und lokale Stellen in Deutschland, Österreich, in der Tschechoslowakei und einigen Nachbarländern haben sich bereits zu einer Zusammenarbeit auf der Basis dieser Vorschläge entschlossen. Bei dem ungeheuren Umfang des Projektes ist ein Erfolg aber wohl nur bei Beteiligung aller Interessenten zu erhoffen. Entsprechende Stellungnahmen werden daher an die Seite 36 genannten Adressen erbeten. Davon wird dann die Fortführung der Vorarbeiten und ein Beginn der eigentlichen Arbeit abhängen.


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