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Diversity GIS Editor

Aus Flora von Bayern

Daten → Beobachtungsdaten → Diversity GIS Editor



DiversityWorkbench
DiversityWorkbench

Der Diversity GIS Editor ist eine Komponente des Datenmanagementsystems Diversity Workbench. Er kann als integrierter Teil von DiversityCollection, DiversitySamplingPlots und DiversityGazetteers eingesetzt werden. Darüberhinaus kann man den Editor auch als Einzelanwendung ohne Datenbank auf dem eigenen PC installieren.

Der Diversity GIS Editor ist eine Software zum Erstellen und Prozessieren von Geoobjekten in einer geographischen Umgebung. Die Geobjekte können graphisch dargestellt, bearbeitet und als Files gespeichert werden. Auf einer Hintergrundkarte (ausgestattet mit Weltkoordinaten) können MS SQL-Geoobjekte (Punkte, Linien und Polygone) in einem geographischen Kontext visualisiert und editiert werden. Die Hintergrundkarte kann entweder vom eigenen Datenspeicher abgerufen werden oder über ein online verfügbares Karten-Tool (Google Maps bzw. OpenStreetMap, SNSB Map Server) erstellt werden.

→ Über das SNSB IT Center bereitgestellte sowie andersweitig frei verfügbare Hintergrundkarten für Bayern finden Sie hier.

Der Editor besitzt eine integrierte GPS-Funktion. Sobald ein GPS angeschlossen ist, kann die aktuelle Position dargestellt werden.

Software

Die aktuelle Version des GIS Editors können Sie hier herunterladen.

Anwendungsbeispiele

Neben den üblichen Funktionen eines GIS Editors bietet der Diversity GIS Editor weitere, für die Flora von Bayern relevante und nützliche Funktionen, die nachfolgend anhand von Beispielen erläutert werden sollen. Eine ausführliche Anleitung zum GIS Editor finden Sie hier (pdf auf englisch).

Eingescannten Kartenausschnitt als georeferenzierte Arbeitsgrundlage verwenden

Zum Bearbeiten oder Rekonstruieren von Beobachtungsdaten, benötigt man als Hintergrundkarte u. U. einen Ausschnitt einer topographischen oder historischen Karte. Der GIS Editor ermöglicht es einen eingescannten Kartenausschnitt einzulesen und in wenigen Schritten zu georeferenzieren:

Setzen der drei Referenzpunkte
Korrekt georeferenzierter Kartenausschnitt
Bearbeitete historische Karte
Nach dem Einlesen des eingescannten Kartenausschnitts kann dieser mittels drei Referenzpunkten auf Grundlage der Weltkoordinaten georeferenziert werden. Durch das Setzen der drei Referenzpunkte wird der Kartenausschnitt exakt in die Hintergrundkarte eingepasst. Diese nun georeferenzierte, historische Karte kann als Arbeitsgrundlage verwendet werden.

Speichert man den georeferenzierten Kartenausschnitt nun ab, wird lediglich eine xml-Datei erzeugt, die die Koordinaten für das Bild enthält. Der Ausschnitt kann nun als georeferenzierte Hintergrundkarte verwendet werden.

TAB-separierte Textdateien einlesen

Der GIS Editor bietet die Möglichkeit eine Liste von Fundpunkten (mit Angaben zu Längengrad und Breitengrad) einzulesen und diese Punkte dann auf einer Hintergrundkarte darzustellen. Dies funktioniert auch ohne die Daten vorher in Diversity Collection importieren zu müssen.
Wichtig ist, dass die Datei die Endung .shp2 besitzt und die Koordinaten im Dezimalgrad-Format angegeben sind.


TAB-separierte Tabelle (im .shp2-Format)
Eingabemaske um die Parameter zuzuweisen
Darstellung der Fundpunkte auf einem georeferenzierten Kartenausschnitt
Fehlermeldung
Die einzulesenden Datensätze müssen als TAB-separierte Tabelle im .shp2-Format vorliegen. Die Kopfzeile muss entfernt werden. Nach dem Öffnen der Textdatei erscheint eine Eingabemaske mittels derer die enthaltenen Pameter den entsprechenden Werten zugewiesen werden können. ID sowie Längen- und Breitengradangaben sind Pflicht. In der Eingabemaske kann auch ausgewählt werden ob die Punkte jeweils als einzelnes Geoobjekt eingelesen werden sollen oder als ein Gesamtobjekt. Zur Darstellung der Fundpunkte wird automatisch der richtige Kartenausschnitt gewählt. Die angezeigten Punktsymbole können nun noch hinsichtlich Farbe und Form bearbeitet werden. Ist die eingelesene Datei fehlerhaft (Fehler in der Koordinatenschreibweise o.ä.) erscheint ein Fenster, dass den Nutzer auf den Fehler hinweist und darüber informiert in welchen Zeilen sich Fehler befindet. Diese Zeilen werden beim Einlesen der Datei einfach übersprungen. Die Kopfzeile wird grundsätzlich als Fehler gelesen, in der Auflistung der fehlerhaften Zeilen aber auch entsprechend gekennzeichnet, so dass diese Fehlermeldung ignoriert werden kann.


Weitere Möglickeiten: Es ist grundsätzlich auch möglich Linien oder Polygone einzulesen, dazu muss das Objekt in der TAB-separierten Textdatei allerdings in exakter Form beschrieben werden, d.h.

  • für Linien: LINESTRING(Koordinatenpaar01, Koordinatenpaar02, Koordinatenpaar03, [...])
  • für Polygone: POLYGON((Koordinatenpaar01, Koordinatenpaar02, Koordinatenpaar03, [...], Koordinatenpaar01))

In der Eingabemaske wird einem solchen Ausdruck dann der Parameter "Geography Data" zugewiesen.

Beobachtungsdaten auf einem georeferenzierten Lageplan detektieren

Als die Erfassung floristischer Daten noch vorwiegend analog durchgeführt wurde, wurden einzelne Fundpunkt oftmals händisch auf Papier eingezeichnet. Um diese Form der Beobachtungsdaten heute digital zugänglich zu machen, bietet der GIS Editor ein nützliches Werkzeug, die "Sample Detection". Dies ermöglicht es, analog markierte Fundpunkte in digitale Fundpunkte auf einer georeferenzierten Hintergrundkarte umzuwandeln.

Mit Adapt-Funktion das eingelesene Millimeterpapier in das Polygon einpassen
Parameter bestimmen anhand derer die Punkte auf dem Millimeterpapier detektiert werden sollen
Detektierte Punkte auf dem georeferenzierten Millimeterpapier
Darstellung der detektierten Fundpunkte auf einer Hintergrundkarte
Um diese Punkte nun in digitaler Form darzustellen muss das Millimeterpapier zunächst georeferenziert werden. Dies funktioniert ähnlich wie bei den oben beschriebenen historischen Kartenauschnitten mit der Adapt-Funktion. Nur ist hier ein passgenaues und bereits georeferenziertes Polygon nötig an welches das Millimeterpapier angepasst werden kann. Ist das Millimeterpapier georeferenziert, als Bild abgespeichert und erneut in den GIS Editor geladen worden, können nun Parameter bestimmt werden, anhand derer die Punkte auf dem Millimeterpapier detektiert werden sollen. Über den Knopf "Sammlungsobjekte auf einem georeferenzierten Lageplan detektieren" öffnet sich ein Fenster in welchem u. a. der Farbbereich, der minimale Punktabstand und die Benennung angegeben werden können. In diesem Fall wurden die Fundpunkte von Athyrium filix femina vom Sammler mit schwarzem Stift auf rotem Millimeterpapier vermerkt. Durch den Klick auf OK wird dann jeder analoge Punkt auf dem Milimeterpapier, der in den gewählten Farbbereich passt in einen digitalen Fundpunkt umgewandelt. Die detektierten Punkte können abgespeichert und anschließend auf einer Hintergrundkarte dargestellt werden (siehe oben).



GPS Erfassung

Wenn man mit einem kleinen Laptop oder einem Tablet im Gelände unterwegs ist, besteht die Möglichkeit durch Verbindung mit einem GPS-Gerät die zurückgelegte Strecke in Echtzeit im GIS Editor darzustellen. Wichtig ist, dass in den Settings die korrekte Baudrate des GPS-Geräts eingestellt ist (Standardrate: 9600).

GPS-Track im GIS Editor

Sobald ein GPS-Gerät angeschlossen ist, kann die GPS-Erfassung durch Drücken des GPS-Knopfes gestartet werden. Der GPS-Knopf ändert seine Farbe je nachdem auf wie viele Satelliten das Gerät zugreift (rot: bis zu 3 Satelliten; gelb: bis zu 5 Satelliten; grün: 6 und mehr Satelliten). Die Anzahl der verwendeten Satelliten sowie Längengrad, Breitengrad und Höhe werden im „Bedienfeld“ angezeigt.

Ist eine geeignete Hintergrundkarte geladen, wird die aktuelle Position über den GPS-Marker (rot-gelber Punkt) angezeigt.

Aktiviert man in den Settings die Funktion "GPS-track", wird die Bewegung der Position als Linie dargestellt. Farbe und Stärke dieser Linie entsprechen der vorangegangenen Einstellungen. Durch einen erneuten Klick auf den GPS-Knopf beendet man die GPS-Erfassung, der Track wird automatisch der Sample-Liste hinzugefügt und kann zur weiteren Verwendung gespeichert werden.

Publikation von Karten

Auch Karten bzw. Kartenausschnitte für eine Publikation können mit dem GIS-Editor erstellt werden. Bitte beachten Sie, dass Google maps auf Grund spezieller Lizenzbedingungen nicht als Hintergrund von publizierten Karten verwendet werden darf.

Rahmenfunktion zur Auswahl eines Kartenausschnitts
Beispiel einer Publikation mit Kartenausschnitt
Eine fertig bearbeitete Karte lässt sich als Bild (.png) abspeichern und dann in eine Publikation einfügen. Durch die Rahmen-Funktion (linke Abb.) ist es auch möglich, nur Ausschnitte der Karte als Bild abzuspeichern und für eine Publikation zu verwenden.



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